Lichtbiologie – gesundes Licht

Natürliches Sonnenlicht ist weit mehr als Helligkeit. Es ist ein vollständiges elektromagnetisches Spektrum von ultraviolett bis tief in den Infrarot-Bereich – und genau dieser Teil fehlt heute fast überall: in Schulen, Büros und Wohnräumen.
Was gesundes Licht ausmacht
Gesundes Licht bedeutet: Spektrale Vollständigkeit. Die Sonne liefert ein harmonisches Kontinuum aus sichtbarem Licht und einem hohen Anteil an Infrarot (IR) – insbesondere im Bereich IR-A (780–1 070 nm). Diese Strahlung wirkt tief im Gewebe, aktiviert Mitochondrien und fördert die Zellenergie (ATP-Produktion) sowie die Freisetzung von Stickstoffmonoxid (NO) – ein zentraler Regulator für Gefässe, Durchblutung und Regeneration.
Moderne Lichtquellen – ob LED, Leuchtstoff oder Energiesparlampe – geben dagegen fast kein Infrarotlicht mehr ab. Sie erzeugen sichtbare Helligkeit, aber keine spektrale Wärme. Damit fehlen jene Photonen, die der Körper seit Millionen Jahren als biologischen Taktgeber nutzt.
Künstliches Licht: hell, aber biologisch arm
LED-Beleuchtung ist energieeffizient, aber biologisch unvollständig. Sie emittiert vorwiegend kurzwelliges, blauhaltiges Licht, das das Auge stimuliert, jedoch den Körper auf Dauer stresst. Der CRI-Wert (Farbwiedergabeindex) misst nur, wie natürlich Farben erscheinen – nicht, ob ein Licht Infrarotanteile enthält. Ein LED-Licht mit CRI 98 kann also biologisch tot sein.
Zudem erzeugen viele LED-Systeme ein unsichtbares Flimmern:
Die Helligkeit wird über Pulsweitenmodulation (PWM) geregelt – das Licht flackert mit hoher Frequenz (typisch 100 Hz bis 4 kHz). Dieses Mikroflickern belastet Netzhaut und Nervensystem, auch wenn es visuell nicht wahrgenommen wird.
- Die Folge:
- Kopfdruck und Augenmüdigkeit
- Konzentrationsstörungen, Nervosität
- Unruhiger Schlaf
- Stress durch sympathische Überreizung
Selbst „flicker-free“-Leuchten können noch niederfrequente Hüllschwingungen aufweisen, die biologisch wirksam bleiben.
Fenster als Infrarot-Barriere
Auch moderne Architektur schneidet das Infrarot-Spektrum ab.
Dreifach- und Low-E-Gläser reflektieren 60–90 % des nahen Infrarotlichts – jenes Anteils, der in der Natur Haut, Blutgefässe und Zellstoffwechsel anregt. Das Resultat: Räume, die hell erscheinen, aber keine thermische Lichtinformation mehr enthalten.
Wir leben in einer Welt voller sichtbarer Helligkeit, aber ohne Wärme im Spektrum.
Biologische Folgen von IR-Mangel
Fehlt IR-A, reduziert sich die mitochondriale Aktivität – weniger Zellenergie, verlangsamte Regeneration, erhöhte oxidative Belastung. Das durch IR ausgelöste NO-Signal bleibt aus, Gefässe bleiben verengt, Stresshormone steigen. Viele Menschen empfinden Räume mit LED-Beleuchtung als „hart“ oder „anstrengend“, ohne die Ursache zu kennen: das fehlende Infrarotlicht.
Lösungen für Alltag und Planung
- Ein gesundes Lichtsystem sollte:
- ein vollständiges Spektrum haben (inkl. Rot- und IR-Anteil),
- flimmerfrei sein (keine PWM-Taktung),
- keine Netzrückwirkungen erzeugen (saubere Netzteile).
- Praktische Tipps
- Verwenden Sie in Wohn- und Schlafräumen Halogen- oder Restbestände klassischer Glühlampen.
- Ergänzen Sie LED-Beleuchtung mit sanften IR-A-Emittern (780–950 nm).
- Öffnen Sie Fenster, lassen Sie natürliches Sonnenlicht ungehindert in den Raum.
- Meiden Sie Brillen mit IR-Block-Beschichtung bei Tageslicht.
Bereits eine oder mehrere 60 W-Glühlampe erhöhen den Infrarotanteil im Raum messbar – und wirkt ausgleichend auf Nervensystem und Wohlbefinden.
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Leuchtmittel und Leuchten
Weiterführende Studien und Fachartikel
- Giménez M.C. et al. (2022) – Effects of Near-Infrared Light on Well-Being and Health in Human Subjects with Mild Sleep-Related Complaints.
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9855677/ - Roddick C.M., Wang Y., Chen F.S. et al. (2024) – Effects of Near-Infrared Radiation in Ambient Lighting on Cognitive Performance, Emotion, and Heart Rate Variability.
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0272494424002573 - Jeffery G., Fosbury R., Barrett E. et al. (2025) – Longer wavelengths in sunlight pass through the human body and have a systemic impact which improves vision.
https://www.nature.com/articles/s41598-025-09785-3 - Arranz-Paraíso D. et al. (2023) – Mitochondria and light: An overview of the pathways underpinning photobiomodulation.
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1011134422002287 - Ashdown I. (2022) – The Science of Near-Infrared Lighting: Fact or Fiction.
https://ies.org/fires/the-science-of-near-infrared-lighting-fact-or-fiction/ - Hamblin M.R. (2021) – Mechanisms and applications of photobiomodulation: The role of near-infrared light.
https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fnins.2021.722221/full - Li Y. et al. (2020) – Comparative physiological responses of students under LED vs. full-spectrum lighting.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32903287/ - Karu T.I. (1999) – Primary and secondary mechanisms of visible to near-IR radiation on cells.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10365442/ - Woolley R. et al. (2021) – Near-infrared light reverses age-related visual decline in humans.
https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fnagi.2021.735398/full - Wunsch A. (2024) – Lichtbiologie: Warum das natürliche Spektrum unersetzlich ist.
https://www.dr-wunsch.com/publikationen/



















