Zusammenfassung
Urs Raschle führte ein Abendseminar zum Thema Elektrosmog als allgegenwärtige Belastung im Alltag durch und ordnete die wichtigsten Quellen, Wirkmechanismen sowie praktikable Schutzmaßnahmen ein.
- Ziele des Abends: Klärung, was Elektrosmog ist (niederfrequente vs. hochfrequente Felder), ob und wie er gesundheitlich relevant sein kann, warum ein elektrosmogreduzierter Schlafplatz zentral ist und welche Maßnahmen im Haushalt/Arbeitsumfeld umsetzbar sind.
- Einordnung der Feldarten & Quellen:
- Von außen: Hochspannungsleitungen, Trafostationen, Kabeltrassen (niederfrequent) sowie Mobilfunk, WLAN/DECT der Nachbarn, Rundfunk/Radar (hochfrequent).
- Von innen: Elektroinstallationen, Lampen/Leuchten, Netzteile, Computer/Monitore (niederfrequent/„Dirty Power“) sowie WLAN, DECT, Bluetooth, Babyphone, Smartphones/Tablet/TV (hochfrequent).
- Natürliche Felder (Erdmagnetfeld, Schumann-Resonanzen etc.) wurden als evolutionär „gewohnt“ beschrieben; problematisch werde es bei technischer Überlagerung und Dauerexposition.
- Gesundheitliche Aspekte (überblicksartig): Elektrosmog kann nach Darstellung des Referenten u. a. Stressreaktionen, Schlafprobleme, Kopfschmerzen, Reizbarkeit und Erschöpfung begünstigen; diskutiert wurden mögliche biologische Mechanismen (u. a. oxidativer Stress, Entzündungsprozesse, Einfluss auf Zellmembranen/Calciumkanäle, Herzratenvariabilität). Der Umgang der medizinischen Abklärung wurde als oft unzureichend beschrieben, da Elektrosensibilität häufig nicht als Ursache erkannt werde.
- Demonstrationen/Beispiele:
- Abschirmprinzip anhand eines UKW-Radios in einer Metallbox (Faradayscher Käfig) und Leitwirkung über den Körper.
- „Dirty Power“/Netzverschmutzung und nichtlineare Verbraucher am Beispiel von Dimmern/LED/Netzteilen (sicht- und hörbar veränderte Sinuskurve).
- Akustische Detektion im Haushalt: deutliches Grundrauschen/„Pulsing“ bei aktivem WLAN/DECT; spürbare Reduktion nach konsequentem Abschalten.
- 5G/Mobilfunk – Kernaussagen: 5G wurde als weiterer deutlicher Treiber steigender Datenmengen, Antennendichte und Gesamtbelastung dargestellt (insbesondere mit höheren Frequenzbändern). Kritisch hervorgehoben wurden Grenzwert-/Messmethoden (u. a. Mittelwertbildung statt Peak-Betrachtung) sowie eine aus Sicht des Referenten zu starke Industrieprägung in Beratungsgremien.
- Prioritäten bei Schutzmassnahmen (praxisorientiert):
- Grundregel: abschalten → reduzieren (Distanz/Benutzungsdauer) → abschirmen (Abschirmung nur gezielt, da fehleranfällig).
- Priorität 1: Schlafplatz und Kinderzimmer.
- Konkrete Maßnahmen: WLAN/DECT/Bluetooth deaktivieren oder konsequent verkabeln (LAN), Geräte nur bei Bedarf aktivieren, Handy nicht am Körper tragen/bei Bewegung Nutzung reduzieren, Flugmodus bzw. nachts konsequentes Abschalten, Standorte/Innenraumzonen mit niedriger Belastung wählen.
- Mess- und Sanierungsvorgehen: Betont wurde, dass belastbare Beurteilungen nur über professionelle Messungen möglich sind (Detektoren für Orientierung, Profi-Messtechnik für Bewertung/Abschirmkontrolle). Vorgehen: Ist-Zustand messen → Schutz-/Abschirmkonzept → Umsetzung → Kontrollmessung.
- Schlafplatzmessung – betrachtete Felder:
- Elektrische Wechselfelder, magnetische Wechselfelder, hochfrequente Felder, „Dirty Power“/Kriechströme, elektrische Gleichfelder (Elektrostatik/Synthetik), magnetische Gleichfelder (Verzerrung des Erdmagnetfelds durch Metallbett/Federkern/Stahl).
- Typische Verbesserungen: Netzfreischalter/Abklemmen, Austausch von Radiowecker/Netzteilen, Umstieg auf natürliche Materialien, Entfernen/Vermeiden von Metall im Schlafumfeld, gezielte Abschirmungen.
- Abschluss & Angebote: Der Referent verwies auf Checklisten/PDFs, bot Vor-Ort-Messungen für Privat- und Firmenumgebungen (Schlaf-/Arbeitsplätze, Parzellen, Abnahmen/Kontrollen) an und stellte weiterführende Schulungen vor (u. a. Kurs „Elektrosmog selber messen“ sowie eine mehrtägige Weiterbildung mit Praxis-Messtag).